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Geopower Basel AG
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1996 – 2006
Entwicklung des Projekts seit den Anfängen
1996 Im Rahmen eines Brainstormings, das vom Bundesamt für Energie organisiert wurde, schlägt eine Kerngruppe (Bob Hopkirk, Markus Häring, François Vuataz, Stefan Berli, Jules Wilhelm) vor, unter dem Namen «Deep Heat Mining» eine Konzeptstudie für die geothermische Stromproduktion in der Schweiz durchzuführen.
April 1997 Eine Zusammenfassung der Projektidee wird von Markus Häring erstmals in der «Neuen Zürcher Zeitung» publiziert.
1998 Die Gebrüder Christoph und Markus Häring gründen mit privaten Mitteln die Geothermal Explorers Ltd. Mit Fördermitteln des Bundes, des Kantons Basel-Stadt und der IWB werden der Geothermal Explorers Ltd die Planung und die Durchführung einer ersten Sondierbohrung beim Zoll Otterbach ermöglicht.
Juni 1999 Start zur ersten Sondierbohrung beim Zoll Otterbach, die von den IWB initiiert und durch die Regierung des Kantons Basel-Stadt unterstützt wird. Durchgeführt wird die Bohrung von der Geothermal Explorers Ltd. Mit dieser Bohrung auf eine Tiefe von zwei Kilometern sollen die Schichtenfolge der Gesteine bis zum kristallinen Grundgebirge, die Temperaturzunahme, der Grad der Zerklüftung und die Spannungsverhältnisse im Grundgebirge erforscht werden. Diese erste Sondierbohrung scheitert wegen geo­logischer und technischer Probleme in rund 1500 Metern Tiefe.
November 1999 An einem Symposium in Basel wird das viel versprechende Projekt «Deep Heat Mining Basel» einem grösseren Kreis von Fachleuten, politisch Tätigen und Medienleuten vorgestellt.
März 2001 Eine zweite Sondierbohrung in 2700 Metern Tiefe zeigt, dass die technischen und geologischen Voraussetzungen für die Realisierung eines Geothermiekraftwerks grundsätzlich gegeben sind. Sowohl die Temperatur als auch die Gesteinsstruktur in der Tiefe erfüllen die Anforderungen.
Neben den IWB beteiligen sich auch der Kanton Basel-Stadt, das Bundesamt für Energie, die Elektra Baselland (EBL) sowie die G.H. Endress Stiftung am Projekt.
August 2003 Der Regierungsrat des Kantons Basel-Stadt unterbreitet dem Grossen Rat einen Kreditantrag von 32 Mio. CHF zulasten des Anlagevermögens der IWB für den Bau eines geothermischen Heizkraftwerks («Deep Heat Mining»). Zusätzlich stellt er aus der basel-städtischen Förderabgabe auf Strom bis maximal 8 Mio. CHF zur Verfügung
Februar 2004 Gründung der Geopower Basel AG zur Ausführung des Projekts durch die IWB, die Elektra Baselland (EBL), den Gasverbund Mittelland AG und die Geothermal Explorers Ltd mit dem Ziel der Erschliessung und der Gewinnung von Geothermie zur Erzeugung und zur Verteilung von Wärme und Strom.
Seither sind als Partner dazugekommen: der Kanton Basel-Stadt mit dem Amt für Umwelt und Energie (AUE BS), der Kanton Basel-Landschaft mit dem Amt für Umweltschutz und Energie (AUE BL), das Tessiner Elektrizitätsunternehmen Azienda Elettrica Ticinese (AET), die Axpo, das Elektrizitätswerk der Stadt Zürich (ewz), die Energiedienst Holding AG (EDH) und die Services Industriels de Genève (SIG).
Juni 2004 Der Grosse Rat des Kantons Basel-Stadt bewilligt den IWB die Projektinvestition von 32 Mio. CHF. Damit ist der Start des Geothermieprojekts in Basel gesichert.
August 2004 Einreichung des Baugesuchs für die erste Tiefbohrung. Wegen der zu erwartenden Lärmemissionen im Zusammenhang mit den Bohrungen gehen mehrere Einsprachen von Anwohnerinnen und Anwohnern ein.
Januar 2005 Die Einsprachen gegen die Tiefbohrung werden durch das Bauinspektorat abgewiesen, die Baubewilligung wird erteilt und die Bauherrschaft verpflichtet, nebst baulichen und betrieblichen Massnahmen zur Lärmdämmung im Umkreis von 100 Metern bei lärmempfindlichen Räumen Schallschutzfenster zu finanzieren.
Februar 2005 Der Verwaltungsrat der Geopower Basel AG genehmigt das Budget für die Explorationsphase in der Höhe von rund 47 Mio. CHF.
März 2005 Die Bohrarbeiten für zwei 5000-Meter-Bohrungen mit der Option auf eine dritte Bohrung werden an die Firma KCA Deutag vergeben. Die Verfügbarkeit geeigneter Bohranlagen war inzwischen aufgrund des hohen Erdölpreises markant gesunken. Qualitativ und im Hinblick auf die Lärmschutzmassnahmen wird das gewählte Bohrgerät als das am besten geeignete beurteilt.
Mai 2005 Die Axpo beteiligt sich über CKW und NOK mit 6 Mio. CHF am Projekt.
September 2005 Mit Unterstützung des Bundesamts für Energie kann das Scientific Sounding Board als wissenschaftlicher Beirat konstituiert werden. An der ersten Sitzung geben geladene Bohr- und Geothermie-Fachexperten Empfehlungen zu verschiedenen Themen des Projekts ab.
Die Horchbohrungen zur Beobachtung des Reservoirbereichs beginnen.
Das Elektrizitätswerk der Stadt Zürich (ewz) beteiligt sich mit 3,2 Mio. CHF am Projekt.
Oktober 2005 Die Vorbereitungsarbeiten auf dem Bohrplatzgelände beginnen. Infolge des grösseren Bohrturms und der entsprechenden Sicherheitsmassnahmen muss das Gelände erweitert werden. Bis Ende Jahr erfolgt der Bau der drei Bohrkeller mit Standrohren.
Die Einsprecher ziehen ihre Rekurse definitiv zurück, womit das Projekt alle juristischen Hürden genommen hat.
Eröffnung der Sonderausstellung «Energie aus der Tiefe – Deep Heat Mining» im Naturhistorischen Museum Basel, die mit Unterstützung der Geopower Basel AG realisiert wurde.
Chronologie 2006
Februar 2006 Der Verwaltungsrat genehmigt ein revidiertes Budget für die Explorationsphase von 62 Mio. CHF. Der Darlehensvertrag des Amts für Umwelt und Energie des Kantons Basel-Stadt wird aufgelöst und der Beitrag à fonds perdu gewährt.
Die Energiedienst Holding AG Laufenburg beteiligt sich mit 3,2 Mio. CHF am Projekt.
Aufgrund einer Medienorientierung über das gesamte Projekt berichten Medien aus der ganzen Schweiz und dem Ausland über die Geothermie.
Das Monitoringmessnetz wird in Betrieb genommen und zeichnet ab 14. Februar sämtliche mikroseismischen Aktivitäten im Untergrund von Basel auf.
März 2006 Die Bauarbeiten am Bohrplatz sind weitgehend abgeschlossen.
Der unabhängige wissenschaftliche Beirat führt einen Workshop zum Thema Reservoirstimulation durch.
April 2006 Mit dem Abschluss der Horchbohrung beim Sportplatz Schützenmatte in Basel ist das Monitoringsystem mit fünf aktiven Überwachungsbohrungen und drei Oberflächenstationen komplettiert.
Ab Mitte April erfolgen der Transport des Bohrturms nach Kleinhüningen und dessen Aufbau sowie die Installation der gesamten Bohranlage.
Mai 2006 Zum Bohrbeginn («Spudding») findet am 15. Mai 2006 ein offizieller Anlass mit der Basler Regierungspräsidentin Barbara Schneider statt. Am 20. Mai startet die erste Tiefbohrung, die zeitlich auf eine Zielgrösse von 105 Tagen eingeplant wird.
Juni 2006 Am 22. Juni besuchen Bundespräsident Moritz Leuenberger und Bundesrätin Micheline Calmy-Rey mit den in der Schweiz akkreditierten ausländischen Botschaftern die Bohrstelle und lassen sich über das Projekt informieren.
Ende Juni erreicht die Bohrung eine Tiefe von 1200 Metern; der Bohrfortschritt entspricht den Planvorgaben, Zeitverluste entstehen bei der Verrohrung.
September 2006 Die Services Industriels de Genève (SIG) beteiligen sich als elfter Partner mit 2 Mio. CHF am Projekt.
An der ausserordentlichen Generalversammlung der Geo­power Basel AG vom 21. September wird eine Kapitalerhöhung im Betrag von 2,26 Mio. CHF beschlossen, die Ende Januar 2007 im Umfang von 1,269 Mio. CHF beansprucht wird.
Die Bohrung erreicht Ende September eine Tiefe von
4600 Metern. Im kristallinen Gestein entspricht die Bohrleistung der Prognose, was auf ein spezielles Kühlsystem der Spülung und die Anwendung einer computerunterstützten Bohrsteuerung («Antivibration»-Software) zurückzuführen ist.
Oktober 2006 Am 22. Oktober erreicht die erste Bohrung nach 156 Bohrtagen erfolgreich und unfallfrei die Endtiefe von 5009 Metern. Die angestrebte Gesteinstemperatur von 200 Grad Celsius ist erreicht.
November 2006 Der Schweizerische Erdbebendienst (SED) richtet eine spezielle Internetseite zum «Deep Heat Mining»-Projekt ein, auf der alle von ihm registrierten Ereignisse publiziert werden.
Dezember 2006 Am 2. Dezember beginnt die so genannte Stimulation, bei der durch Einpressen von Wasser mit hohem Druck durch das Bohrloch die in der Tiefe vorhandenen feinen Risse geöffnet und ein unterirdisches Wärmereservoir geschaffen werden sollen.
Am 8. Dezember wird um 17.48 Uhr ein Erdstoss mit einer Stärke von Magnitude 3,4 registriert, der in der Region deutlich verspürt wird und in der Bevölkerung zu Beunruhigung führt. Bereits am Morgen desselben Tages wurde das Einpressen von Wasser aufgrund der überhöhten seismischen Aktivität gestoppt und am Abend der Druck im Bohrloch durch das Ausfliessenlassen von Wasser abgebaut. Die kantonale Krisenorganisation verfügt einen Stopp der Arbeiten, welche Erschütterungen auslösen könnten. Die Staatsanwaltschaft leitet ein Untersuchungsverfahren ein. Der Regierungsrat beauftragt in der Folge die Geopower Basel AG, einen Bericht zuhanden der Behörden zu erstellen. Das Ereignis löst gesamtschweizerisch und über die Grenzen hinaus ein sehr grosses Medieninteresse aus.
Der Verwaltungsrat der Geopower Basel AG beschliesst am 20. Dezember, das Projekt zu unterbrechen und das umfangreiche Datenmaterial detailliert und ohne Zeitdruck auszuwerten. Ausserdem werden der Bohrturm und das Bohrteam aus Kostenüberlegungen freigegeben.