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Seismizität in der Geothermiebohrung
Die Firma Geothermal Explorers Ltd. zeichnet laufend alle Bewegungen der Erde in Basel auf. Das Monitoringsystem registriert auch Kleinsteregnisse im Reservoirbereich.

Der aktuellste Ereignisratenplot (PDF 14 KB) zeigt alle vom Schweizerischen Erdbebendienst (SED) erfassten Ereignisse ab 13. Dezember 2006 mit Magnituden höher als 0,5 auf der Richter-Skala. Tiefere Magnituden kann der SED mit seinen Messstationen an der Erdoberfläche nicht aufzeichnen. Spürbar waren die Erdstösse vom 6. und 16. Januar sowie vom 2. Februar. Die Grafik dagegen zeigt die Anzahl sämtlicher täglich beobachteter seismischer Ereignisse. Diese sogenannten „Mikrobeben“ können nur mit den von Geopower in den fünf Beobachtungsbohrungen installierten Messsonden registriert werden. Sie sind aufgrund des schwachen Signals an der Oberfläche nicht messbar und schon gar nicht fühlbar. Aus der Grafik ist auch ersichtlich, dass die Ereignisrate insgesamt geringfügig abnimmt. Eine Häufung mikroseismischer Ereignisse tritt jeweils unmittelbar nach grösseren Ereignissen ein.

Diese Tabelle wird bis zum Abklingen der seismischen Aktivität weitergeführt und regelmässig an dieser Stelle publiziert.
Aktuellster Ereignisratenplot vom 20.10.2008
(PDF 14 KB)

frühere Ereignisratenplots
Erschliessung des Wärmereservoirs

Am 2. Dezember wurden die Einpressversuche von Wasser in das fertiggestellte Bohrloch begonnen. Damit sollen in fünf Kilometern Tiefe die bereits vorhandenen Klüfte und feinen Risse geöffnet und durchlässig gemacht werden, um so ein Wärmereservoir zu erschliessen, in dem das Wasser zirkulieren und sich erhitzen kann. Die Phase der Stimulation war ursprünglich für maximal 21 Tage vorgesehen. Da sich am 8. Dezember ein stark bemerkbarer Erdstoss von Magnitude 3.4 auf der Richterskala ereignete, wurde das Einpressen von Wasser, in Uebereinstimmung mit dem für das Projekt erstellten Massnahmen-Dispositiv,eingestellt. Die Bohrung hat bis Mitte Januar 2007 etwa ein Drittel des eingepressten Wassers wieder an die Oberfläche befördert; seither ist kein Rücklauf mehr beobachtet worden. Dabei hat die unspürbare und nur messbare Mikroseismizität inbezug auf die Häufigkeit insgesamt deutlich abgenommen, aber es kam immer noch zu einigen stärker spürbaren Ereignissen: Am 6. Januar mit Magnitude 3.1, am 16. Januar mit 3.2 und am 2. Februar mit Magnitude 3.3.

Der Schweizerische Erdbebendienst (SED) ist verantwortlich für die unabhängige seismische Überwachung der Stimulation. Er registriert mit speziell installierten eigenen Messstationen an verschiedenen Orten in der Stadt, ob und in welcher Stärke Erschütterungen auftreten. Diese Ereignisse werden unmittelbar nach dem Eintreten auf einer speziellen Internetseite (www.seismo.ethz.ch/basel/) publiziert.

In Zusammenarbeit mit internationalen Experten und dem Schweizerischen Erdbebendienst wurde ein Massnahmenplan erarbeitet, der bei erhöhter Seismizität Einschränkungen oder Beendigung der Tests vorsieht. Diese Massnahmen wurden auf der Basis weltweiter Referenzen erarbeitet und wurden bei den Operationen strikt angewendet.
Download ganzer Bericht (PDF 82 KB)